Am 14. Juni 2026 entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die «Keine 10-Millionen-Schweiz» bzw. “Nachhaltigkeitsinitiative” der SVP. Die Initiative verlangt die Deckelung der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz und sieht bereits ab 9.5 Millionen Menschen massive Änderungen im Asylwesen, Familiennachzug und in internationalen Abkommen (wie etwa die Personenfreizügigkeit) vor. Zwar verspricht diese Initiative, sämtliche Probleme mit einem Schlag zu beseitigen, doch in Wahrheit wird sie insbesondere jüngere Generationen belasten, ihre Freiheiten einschränken und bedroht somit unseren gesellschaftlichen und generationenübergreifenden Zusammenhalt. Fakt ist, dass Meinungen zu Migration auch bei uns weit auseinandergehen und Themen wie Infrastruktur, Integration, Wohnungsnot und Kriminalität von höchster Bedeutung sind. Jedoch ist diese Initiative für uns schlicht das falsche Rezept.
Die Initiative führt zur verstärkten Belastung der jüngeren Generationen.
Aufgrund wachsender Lebenserwartung und sinkender Geburtenraten wird die Schweizer Wohnbevölkerung älter. Wo noch im Jahr 2020 «nur» 20% der Wohnbevölkerung über 65 Jahre alt war, werden die Pensionierten im Jahr 2050 etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmachen. Dieser Wandel bringt grosse Herausforderungen mit sich – insbesondere für das Gesundheitswesen, die Infrastruktur und die Finanzierung unserer Sozialwerke. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Schweiz flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen und internationale Krisen reagieren kann. Die Initiative würde diesen Handlungsspielraum jedoch stark einschränken, da sie starre Obergrenzen und verpflichtende Eingriffe vorsieht. Dadurch würden politische Lösungen zunehmend unabhängig von den tatsächlichen Bedürfnissen des Landes ausgelöst. Die Folgen davon würden insbesondere jüngere Generationen tragen müssen, die langfristig mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieser starren Politik leben müssten.
Die Initiative greift die Freiheit junger Menschen an.
Mit der Abschaffung der Personenfreizügigkeit wäre auch die Freiheiten der kommenden Generationen bedroht. Was oft vergessen geht, ist, dass Migration in beide Richtungen, ins In- und Ausland, stattfindet. Das heisst, dass wir dank der Personenfreizügigkeit die Freiheit haben, ohne grosse Bürokratie in ganz Europa zu reisen, zu studieren und zu arbeiten. Heute wohnen weit über 400’000 Schweizerinnen und Schweizer in einem EU- oder EFTA-Staat. Die vorgesehenen Massnahmen würden aber genau diese Freiheiten den zukünftigen Generationen entnehmen.
Die Initiative isoliert die Schweiz.
Global hat sich in den letzten 10-15 Jahren viel verändert. Mit der politischen Umgestaltung der USA unter Trump, Putins Angriff auf die Ukraine und der Eskalationen im Nahen Osten halten wir es für gefährlich, wenn wir ausgerechnet jetzt Europa den Rücken kehren. Die Schweiz hat enorm von der Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern in den Bereichen Forschung und Sicherheit profitiert. Zudem ist die EU weiterhin unsere grösste Handelspartnerin. Europa ist für die Schweiz nicht nur von wirtschaftlicher Relevanz, sondern mit der kontinuierlichen Abschwächung internationaler Institutionen wird sie immer wichtiger als politische Partnerin. Diese Initiative fordert Abschottung, was sich die junge Generation nicht leisten kann. Aus diesen Gründen empfehlen wir dringend, am 14. Juni NEIN zur SVP-Initiative zu stimmen.