1. Mai-Demo, ein voller Erfolg

So bunt waren die Luzerner Strassen wohl lange nicht mehr! Diesen Donnerstag fand in Luzern auf dem

Helvetiaplatz die 1.Mai-Feier statt. Mit Ständen von verschiedenen Organisationen wie dem Luzerner

Gewerkschaftsbund, dem Kurdischen Verein, vpod, syndicom oder eben auch den Jungen Grünen und

Grünen Luzern wurde der Tag verbracht, ein Tag des Zusammenseins, ein Tag der Solidarität.


Die Demonstration ab 18:00 Uhr war laut und stark, eine gemischte Truppe von Gleichgesinnten, welche sich in
einem gemeinsamen Anliegen traf. “Solidarität statt Hetze”, so der Slogan des Anlasses. Eine friedliche und
ermutigende Demonstration, welche die Teilnehmenden mit einem guten Gefühl auf den Heimweg sendete. Aber
der erste Mai ist auch noch immer notwendig. “Noch immer haben wir keine wirklich fairen Löhne in der Schweiz,
insbesondere Frauen, queere Menschen und Menschen die nicht in der Schweiz geboren wurden müssen sich
lebbare Löhne regelrecht erkämpfen.”, meint Maline Zimmermann vom Vorstand der Jungen Grünen Kanton
Luzern und Einwohnerrätin aus Horw. “Es ist frustrierend zu sehen, wie die Menschen, die am meisten leisten,
am wenigsten Anerkennung erhalten."


Frustrierend ist auch die Situation als Person, welche bezahlte oder unbezahlte Care-Arbeit leistet. Sowohl in der
Pflege, wie auch als sorgearbeitsleistende Person sind die Arbeitsbedingungen, die Entlöhnung und vor allem
auch die Anerkennung zu klein. Die Reden von Laura Spring und Hannes Koch zeigten dies noch mehr auf,
machen aber auch Hoffnung.


Doch faire Löhne sind nur eins unter vielen Themen, welche uns noch immer beschäftigen. Der Tag der Arbeit ist
inzwischen zu viel mehr geworden. Die Geschichten, welche in Form von Reden, aber auch während und nach
der Demonstration erzählt werden, lassen die eigenen Probleme doch gewissermassen banal erscheinen. “Klar
sind wir eine kantonale Jungpartei, viel ändern können wir nicht, aber das mindeste ist ja wohl, dass wir zu den
Menschen in Afghanistan, der Türkei, Gaza, der Ukraine, dem Kongo und Sudan stehen und uns für sie stark
machen.”, meint Nadja Carver. “Für uns ist es schockierend, dass wir für solch grundlegende Anliegen überhaupt
auf die Strasse gehen müssen, vor allem aber auch, dass es für Leute fast schon extrem ist, für Menschenrechte
einzustehen.”


“Jin*, Jîyan, Azadî” fegte es an diesem Donnerstagabend noch einige Male über die Strassen in Luzern. Es war
also nicht nur eine Demonstration für die Rechte der Arbeitenden in der Schweiz, sondern gegen die Zunahme
der rechten, fundamentalistischen Macht, sei es in den USA, der Türkei oder Afghanistan und vor allem auch
gegen die Gewalt und gegen den Genozid, wie ihn die Menschen in Palästina und im Kongo erleben. Was bleibt,
ist das Wissen, dass all jene Kämpfe verknüpft sind und nie unabhängig voneinander gekämpft werden können.
So freuen sich die Jungen Grünen Kanton Luzern nun auch auf den feministischen Streik im Juni.