Medienmitteilung

Offener Brief: Eichwäldli muss bleiben

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte

Die Jungen Grünen beobachten die Geschehnisse in und um das Eichwäldli. Ein neuer Entscheid des Stadtrates im September hat die aktuellen Geschehnisse ins Rollen gebracht. Für die Jungen Grünen ist das Vorgehen des Stadtrates unverständlich.

Im Mai 2020 wurde ein Gutachten durch ein Ingenieurbüro erstellt. Diesem Gutachten ist zu entnehmen, dass das Wohnhaus bis 2030 benutzt werden kann, sofern dieses mit Sofortmassnahmen stabilisiert wird. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die regelmässige Kontrolle der Stützen der Aussenfassade, die Sicherung von Notspriessen im Keller und ein Teil der Fassade muss neu geschindelt werden. Die Familie Eichwäldli hat sich bereiterklärt, diese Sofortmassnahmen selbst umzusetzen. Trotzdem hält die Stadt Luzern an einer Räumung bis Ende Januar 2021 fest, da das besagte Areal neu genutzt werden soll. Was genau auf dem Areal geschieht, steht aktuell noch in den Sternen. Trotzdem will der Stadtrat das schützenswerte Gebäude ohne Abrissbewilligung abreissen. Eine Bebauung des Grundstückes ist bis 2030 nicht möglich.

Es ist für die Jungen Grünen unverständlich, dass der Stadtrat ein Gebäude auf Vorrat abreissen will und eine Brache - ähnlich des Pilatusplatzes - willentlich in Kauf nimmtl. Zudem ist es stossend, dass der Stadtrat sich hinter einem nicht öffentlichen Gutachten versteckt, welches Sofortmassnahmen im einstelligen Prozentbereich der Kosten beinhaltet, die der Stadtrat öffentlich kommuniziert. Von einem Abriss ist in diesem Gutachten nirgends die Rede. Es ist ebenfalls unverständlich, dass der Stadtrat nach dem Abriss Kultur auf dem Gebiet ansiedeln will, wo das Eichwäldli jetzt schon eine soziokulturelle Bereicherung für das Quartier darstellt. Kulturförderung ja, aber nicht indem bisherige Kultur abgerissen wird.

 

Aufgrund dieser Ausführungen stellen die Jungen Grünen folgende Forderungen:

 

·       Der Stadtrat soll den Massnahmenkatalog für die Nutzungsphase von 2020 bis 2030 veröffentlichen.

·       Der Stadtrat soll mit der Familie Eichwäldli ins Gespräch treten und eine weitere Nutzungsvereinbarung treffen, bis klar ist, was langfristig mit dem Areal geschieht.

·       Der Stadtrat soll auf einen Abriss des Gebäudes verzichten, bis klar ist, was langfristig mit dem Areal geschieht.

·       Der Stadtrat soll die Familie Eichwäldli bei der Instandhaltung des Gebäudes einbinden.

 

Die Jungen Grünen wünschen sich, dass der Stadtrat eine einvernehmliche Lösung findet. Sollte der Stadtrat keine ausserparlamentarische Lösung finden, werden die Jungen Grünen den parlamentarischen Weg gehen.

 

Freundliche Grüsse

 

Jona Studhalter

Grossstadtrat Junge Grüne

 

Michelle Meyer

 Co-Präsidentin Junge Grüne Kanton Luzern  

Kontaktangaben:

Jona Studhalter
Grossstadtrat Junge Grüne
078 637 39 51
jona.studhalter@jungegruene.ch

 

Michelle Meyer
Co-Präsidentin Junge Grüne Kanton Luzern
078 732 06 98
michelle.meyer@jun gegrueneluzern.ch