Medienmitteilung

Junge Grüne kritisieren Klima- und Energiebericht scharf

Die Jungen Grünen nehmen im Rahmen der Vernehmlassung Stellung zum Bericht Klima- und Energiepolitik 2021 des Kantons Luzerns. Die Jungen Grünen begrüssen die Erstellung eines solchen Berichts, sind aber enttäuscht, dass dem Klimaschutz zu wenig Priorität eingeräumt wird. Aus Sicht der Jungen Grünen ist sowohl das Ziel des Berichts als auch der Weg dahin klar ungenügend. Mittels diverser Anträge wollen sie diesen zahnlosen Papiertiger zu einem starken Hebel im Kampf gegen die Klimakrise umwandeln.

 

Die Jungen Grünen anerkennen und unterstützen die Notwendigkeit des Berichts im Kampf gegen die Klimakrise. Der vorliegende Bericht ist eine Auslegeordnung über die wichtigsten Handlungsfelder. Enttäuscht sind die Jungen Grünen aber insbesondere vom Teil zum Klimaschutz. Einerseits wird mit dem im Bericht aufgezeigten Absenkpfad das 1.5 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens verfehlt. Andererseits ist unklar, wie die im Bericht vorgeschlagenen Massnahmen mit diesem Absenkpfad in Beziehung stehen, da nicht angegeben ist, mit welcher Massnahme welche Reduktion erreicht werden soll. Es scheint unrealistisch, das Reduktionsziel mit diesen Massnahmen zu erreichen.

 

Zudem ist auch die Art der Massnahmen ungenügend. Michelle Meyer, Co-Präsidentin der Jungen Grünen Kanton Luzern: “Die vorgeschlagenen Massnahmen setzen vor allem auf Anreize und Effizienzsteigerungen. Dies trägt der Dringlichkeit der Klimakrise nicht im Geringsten Rechnung”. Stattdessen müssen auch Vorschriften und Verbote eine wichtigere Rolle einnehmen. Zudem müssen die Massnahmen auf einen ressourcenarmen Lebensstil abzielen.

 

Junge Grüne fordern weitere Massnahmen

Da mit den im Bericht aufgezeigten Massnahmen die Klimaziele verfehlt werden, schlagen die Jungen Grünen weitere Massnahmen vor. Beispielsweise fordern die Jungen Grünen die Reduzierung statt nur die Elektrifizierung des Verkehrs. Dazu Michelle Meyer: “Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Verkehr abnehmen. Dies kann beispielsweise durch Einführung von Tempo 30 innerorts, ein Strassenbaumoratorium, autofreie Innenstädte und autofreie Sonntage sowie die Abschaffung von falschen Steueranreizen geschehen”.

 

Weiter fordern die Jungen Grünen die Schaffung eines unabhängigen, wissenschaftlichen Kontrollgremiums. Dieses zeigt auf, welche Massnahmen aus Sicht der Wissenschaft notwendig sind, um die Ziele zu erreichen, vergleichbar zur Covid-19 Science Taskforce des Bundes. Jonas Heeb, Kantonsrat Junge Grüne: “Die Kantonsverwaltung untersteht dem Regierungsrat und ist somit nicht unabhängig. Die Massnahmen zur Erreichung des Klimaziels dürfen aber nicht durch parteipolitische Spiele untergraben werden”. Die Jungen Grünen können sich auch vorstellen, dass dieses Gremium selbstständig weitere Massnahmen beschliesst. Dies unter Einbezug der Zivilgesellschaft.

 

Schliesslich fordern die Jungen Grünen, dass auch die indirekten Emissionen im Bericht berücksichtigt werden sollen. Das sind diejenigen, die zwar durch Akteur*innen im Kanton Luzern verantwortet werden, aber nicht im Kanton geschehen. Die indirekten Emissionen sollen erhoben werden und beispielsweise mit Sensibilisierungsmassnahmen gesenkt werden.

Kontaktangabe:

Michelle Meyer

Co-Präsidentin Junge Grüne
078 732 06 98

michelle.meyer@jun gegrueneluzern.ch